Welternährungsgipfel: Weichgespülte Erklärung hilft den Hungernden nicht
Mit einer weichgespülten Schlusserklärung ist der Welternährungsgipfel in Rom der Herausforderung nicht gerecht geworden. Im Angesicht der dramatischen Hungerzahlen reichen Betroffenheitsbekundungen nicht aus. Die Staatengemeinschaft hat sich wieder einmal vor verbindlichen Zusagen und notwendigen Kurskorrekturen in der Handels-, Agrar- und Entwicklungspolitik gedrückt.
Unverzeihlich ist, dass aktuelle brisante Entwicklungen wie "land grabbing" ausklammert wurden. Allein in den vergangenen zwei Jahren haben sich transnationale Konzerne, Hedgefonds, die Deutsche Bank, reiche Staaten 33 Millionen Hektar fruchtbaren Ackerlandes in Entwicklungsländern angeeignet. Der dramatische Aufkauf von Land wird in der Schlusserklärung mit keiner Silbe erwähnt. Gefährlich auch die einseitige Betonung von Produktionssteigerung: Agrar- und Gentechnikkonzerne instrumentalisieren das Elend häufig für ihre Zwecke.
Eine der wenigen Lichtblicke ist, dass das "Recht auf Nahrung" gestärkt und eine Reform des Komitees zur Ernährungssicherung in Angriff genommen werden soll. Dieses Gremium soll künftig die Welternährungspolitik der internationalen Gemeinschaft koordinieren. Erstmals erhält auch die Zivilgesellschaft in diesem Komitee Mitspracherecht.
Der Papst hat in seiner Rede auf die notwendige Verbindung von Hungerbekämpfung und Klimaschutz hingewiesen, aber die historische Chance vergeben, die Teilnehmerstaaten stärker in die Pflicht zu nehmen.
Quelle: Pressemeldung Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
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