Weihnachten unterm Öko-Christbaum

24.11.2009 | Hamburg
Weihnachten unterm Tannenbaum ist beliebt. In mehr als jedem zweiten Haushalt in Deutschland wird in den kommenden Wochen ein Christbaum aufgestellt. ROBIN WOOD weist darauf hin, dass die meisten der rund 25 Millionen in Deutschland verkauften Christbäume aus Plantagen stammen, die gedüngt und mit Pestiziden bespritzt werden - eine enorme Belastung für Böden und Gewässer. Dabei geht es auch anders.

Im Internet informiert die Umweltorganisation über Öko-Weihnachtsbäume mit glaubwürdigem Siegel und gibt Einkauf-Tipps.

"Wenn schon Weihnachtsbäume, dann am besten aus Forstbetrieben oder Weihnachtsbaumkulturen, die nach klaren, ökologisch ausgerichteten Regeln bewirtschaftet werden und bei denen dies auch von unabhängiger Seite kontrolliert wird", empfiehlt Rudolf Fenner, Waldreferent von ROBIN WOOD. Christbaum-KäuferInnen sollten daher auf das Siegel des FSC (Forest Stewardship Council) an den Bäumen achten. Dieses Zertifikat erhalten nur Forstbetriebe, die auf Kahlschläge, Düngungen, Entwässerungsmaßnahmen und Pestizide verzichten. Außerdem bieten auch einige Naturland-, Bioland-, Demeter- und weitere nach EU-Recht zertifizierte Bio-Betriebe empfehlenswerte Öko-Weihnachtsbäume von landwirtschaftlichen Anbauflächen an.

Bis in die fünfziger Jahre stammten alle Weihnachtsbäume von "drauß' vom Walde". Heute kommen mehr als 80 Prozent der Weihnachtsbäume aus Plantagen, in denen meist kräftig gespritzt und gedüngt wird: Insektizide gegen Rüsselkäfer und Sitkalaus, Herbizide gegen konkurrierendes Gewächs, Mineraldünger für gleichmäßigen Wuchs und für eine intensive Grün- und Blaufärbung der Nadeln. Auch die Gentechnik hat dieses Marktsegment längst im Visier und arbeitet an schädlingsresistenten Christbaum-Klonen.

Wer das nicht unterstützen möchte, wählt am besten einen Öko-Weihnachtsbaum. Um die Suche danach zu erleichtern, hat ROBIN WOOD eine Umfrage bei rund 100 Öko-Landbau- und FSC-Forstbetrieben gemacht. Herausgekommen ist eine aktuelle, nach Bundesländern sortierte Liste mit knapp 40 Verkaufsstellen für Öko-Weihnachtsbäume. Die Preise für öko-zertifizierte Bäume unterscheiden sich im Übrigen meist nicht von denen für konventionelle Bäume. Ergänzt wird die Liste durch allgemeine Tipps zum Baum-Einkauf und eine Kurzinformation zu den Siegeln.

Wer keine zertifizierten Öko-Christbäume in seiner Umgebung findet, der sollte einen Baum aus der Region wählen, am besten einen zum selber Schlagen beim nächstgelegenen Waldbetrieb. Denn so lässt sich vermeiden, ungewollt einen weit gereisten und damit ökologisch fragwürdigen Baum aus Dänemark, Osteuropa oder Irland nach Hause zu tragen. Von Weihnachtsbäumen im Pflanztopf ist eher abzuraten. Da die Bäume durch das Aufstellen in der warmen Weihnachtsstube aus dem Winterschlaf gerissen werden, erfrieren etliche später draußen oder wachsen nicht mehr richtig an.

Quelle: Pressemeldung "ROBIN WOOD - Gewaltfreie Aktionsgemeinschaft für Natur und Umwelt e.V.

Dieser Beitrag wurde bisher 181 mal gelesen.
(Rang 54 auf gentechnik-news.de)

Klicken Sie hier um zum Anfang der Seite zu gelangen.

Weitere News

Von modernen Metropolen bis zu ultrakalter Materie

16.11.2011 | DFG richtet 16 neue Graduiertenkollegs ein. Harter Wettbewerb zwischen Kollegs aus allen...

weiter in Von modernen Metropolen bis zu ...

Evolution kann Erbgut schnell verkleinern

10.04.2011 | Man sollte meinen, dass zwei eng verwandten Pflanzenarten ähnliche genetische Baupläne zugrunde liegen. Doch...

weiter in Evolution kann Erbgut schnell ...

Greenpeace präsentiert neuen Einkaufsratgeber

388 mal gelesen. Rang 7 auf gentechnik-news.de.

02.09.2010 | Greenpeace bietet ab heute den aktualisierten Einkaufsratgeber "Essen ohne Gentechnik" an. Er zeigt, welche...

weiter in Greenpeace präsentiert neuen ...

Profile schärfen, Impulse geben

08.07.2010 | Paket der Pakte, Flexibilisierung des Förderprogramms, Highlights der Forschung: DFG-Jahresbericht 2009 stellt...

weiter in Profile schärfen, Impulse geben ...

Neues EU-Bio-Siegel: Mehr Klarheit für Verbraucher

326 mal gelesen. Rang 16 auf gentechnik-news.de.

01.07.2010 | Anlässlich der verpflichtenden Einführung eines einheitlichen EU-Bio-Siegels zum 1. Juli erklärt Ulrike...

weiter in Neues EU-Bio-Siegel: Mehr Klarheit ...



Aktuelles

Gen- Mais verunreinigt herkömmliches Saatgut

Greenpeace und Bioland veröffentlichen heute auf ihren...

weiter ...

Bioland: Schutz der gentechnikfreien Landwirtschaft unabdingbar

"Das Bundesverfassungsgericht hat wichtige Schutzregelungen...

weiter ...

Neuigkeiten

Gentechnikfreie Regionen behindern Bioökonomie

Die Deutsche Industrievereinigung Biotechnologie (DIB)...

weiter ...

Aktivitäten gegen Risiken der Gentechnik für 2011 geplant

Unter dem Motto "Gentechnikfrei - wir bleiben dran!" trafen...

weiter ...

Weitere Themen

Kommunen im Freistaat setzen Zeichen gegen Grüne Gentechnik

Einheitliches Logo stärkt Initiative. Bayern soll selbst...

weiter ...

Bundesrat stoppt Angriff auf gentechnikfreies Saatgut

Bioland begrüßt die heutige Mehrheitsentscheidung des...

weiter ...

Archiv

Camcorder mit Hollywood- Ambitionen: Die neue Handycam NEX- VG20E von Sony

Die zweite Generation der NEX-Camcorder überrascht...

weiter ...

Das Antennen- Transkriptom des Tabakschwärmers

Mit ihren Antennen navigieren Insekten in ihrer Umwelt....

weiter ...

Verschiedenes

Von modernen Metropolen bis zu ultrakalter Materie

DFG richtet 16 neue Graduiertenkollegs ein. Harter...

weiter ...

Evolution kann Erbgut schnell verkleinern

Man sollte meinen, dass zwei eng verwandten Pflanzenarten...

weiter ...