Schwarz-Gelb tut nichts gegen Bienensterben
Im vergangenen Winter ist fast jeder vierte Bienenstock in Deutschland zugrunde gegangen - doppelt so viele wie sonst. Die Internationale Tiergesundheitsorganisation macht als Ursachen auch den unverantwortlichen Gebrauch von Pestiziden dafür verantwortlich.
Aber die Bundesregierung lässt die Imker im Stich. Die zunehmenden Probleme werden weitgehend ignoriert, wie aus Antworten auf unsere Anfragen hervorgeht. Eine klare Einschränkung bienengefährlicher Pestizide, lehnt die Regierung ab.
Bienenvölker werden auch durch niedrigere (nicht tödliche) Giftkonzentration in ihrem Verhalten stark beeinträchtigt. Trotzdem verteidigt die Bundesregierung die grobe Analysemethode "Letale Dosis 50 Prozent" zur Toxizitätsbewertung als "weltweit akzeptierten Standard", obwohl mit dieser Methode solche subletalen Effekte und das Zusammenwirken von "Pestizidcocktails" kaum erfassbar sind.
Statt konkrete Maßnahmen zur Unterstützung der Varrobekämpfung zu ergreifen, wälzt die Bundesregierung alle Verantwortung auf Länder und Imkerverbände ab.Die verheerenden Auswirkungen von Pestiziden auf die Artenvielfalt und das Nahrungsangebot für die Bienen werden von der Bundesregierung verharmlost.
Wir fordern von der Bundesregierung, endlich effektiv gegen die Ursachen des Bienensterbens vorzugehen. Dazu gehören ein weitreichendes Verbot bienengefährlicher Pestizide, eine umgehende Verschärfung der Zulassungsverfahren, die aktive Unterstützung der Bienen-Verbände bei der Varroabekämpfung und eine Verbesserung von Forschung und Analytik im Bereich der nicht tödlichen Pestitzidauswirkungen auf Bienen. Zudem muss die Bundesregierung ihren Ankündigungen im internationalen Jahr der Biodiversität Taten folgen lassen und für eine ökologisch vielfältige Landwirtschaft und Umwelt sorgen, um die Bienen vor dem Hungertod durch Blütenmangel zu bewahren.
Quelle: Pressemeldung Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
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