"Ohne Gentechnik": Einheitslogo schafft Klarheit
Eine große Mehrheit der deutschen Verbraucher lehnt gentechnisch veränderte Bestandteile in der Nahrung ab. Doch beim Einkauf ist für sie nicht zu erkennen, ob das Rindersteak von einem Tier stammt, dessen Futter Gentechnik enthielt. Zwar regelt seit Mai 2008 ein Gesetz, welche Anforderungen Hersteller erfüllen müssen, um Produkte mit dem Wortlaut "ohne Gentechnik" kennzeichnen zu dürfen. Rechtlich vorgegeben ist jedoch nur die Begrifflichkeit, nicht die Form der Darstellung. Auf ein einheitliches Logo konnten sich die verschiedenen Erzeuger bisher nicht einigen. Abhilfe soll nun der Kennzeichnungsvorschlag des Bundesverbraucherministeriums schaffen.
"Für Verbraucher wäre das Siegel eine große Entscheidungshilfe beim Einkauf", erklärt Stefan Etgeton, Leiter des Fachbereichs Gesundheit und Ernährung im Verbraucherzentrale Bundesverband. Damit Verbraucher den Versprechungen des neuen Logos vertrauen, müsse die Vergabe in enger Abstimmung mit der Lebensmittelüberwachung erfolgen. Diese ist für die Kontrollen zuständig. Zudem sei es wichtig, dass die Siegelvergabe unbürokratisch erfolge, um es interessierten Herstellern möglichst leicht zu machen, das Siegel zu nutzen.
Ministerium soll Aufklärungskampagne zum neuen Logo starten
Ähnlich wie beim sechseckigen Biosiegel, schafft das Ministerium mit seiner Initiative zugleich die Voraussetzungen für eine bessere Erkennbarkeit und Kommunikation des Logos. "Nun ist die Wirtschaft gefordert, von der neuen Möglichkeit auch Gebrauch zu machen", so Etgeton. Um die Akzeptanz des Siegels bei Herstellern und Verbrauchern zu erhöhen, sei außerdem eine umfassende Aufklärungskampagne erforderlich. "Das Ministerium sollte hier schnell aktiv werden."
Für ein einheitliches Siegel "Ohne Gentechnik" sprachen sich in einer von der Organisation Slowfood in Auftrag gegebenen forsa-Umfrage 90 Prozent der Verbraucher aus. 78 Prozent lehnen generell gentechnisch veränderte Bestandteile in der Nahrung ab. 85 Prozent wollen keine Gentechnik im Futter der Nutztiere, deren Fleisch verzehrt wird. Als Motiv nannten die meisten die Sorge um unkalkulierbare Auswirkungen auf die Kreisläufe der Natur.
Quelle: Pressemeldung Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. - vzbv
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