Nährwertkennzeichnung verstehen
Power fürs Leben - Essen und Bewegen. Die deutsche Lebensmittelwirtschaft produziert eine enorme Vielfalt schmackhafter, qualitativ hochwertiger und sicherer Lebensmittel. Sie bleibt an dieser Stelle aber nicht stehen, sondern engagiert sich nachhaltig für einen gesunden Lebensstil - das zeigt erneut eindrucksvoll der gemeinsame Auftritt "Power fürs Leben - Essen und Bewegen" auf der diesjährigen Internationalen Grünen Woche in Berlin. Wir motivieren Verbraucher zu einer gesund erhaltenden Lebensweise. Das schließt Informationen über Ernährung, qualifizierte Auskunft zu Verbraucherfragen wie auch Bewegungsförderung mit ein. Wir sehen dies als unsere besondere Verantwortung an.
Die Lebensmittelwirtschaft engagiert sich selbstverständlich auch im Bereich Nährwertkennzeichnung und Informationen dazu. Der diesjährige Auftritt auf der IGW umfasst den Schwerpunkt "Nährwertinformation verstehen". Ziel ist, Verbraucher auf die bereits umfangreich vorhandene Präsenz der Nährwertkennzeichnung auf den Lebensmittelverpackungen aufmerksam zu machen. Die Wahrnehmung des bereits Vorhandenen muss verbessert werden. Wir wollen aber auch den Nutzen der Kennzeichnung vermitteln und Verbraucher bei Verständnisfragen unterstützen. Wir sind als Dialogpartner vor Ort!
Um das Verbraucherverständnis der Lebensmittelkennzeichnung zu verbessern, gilt der Grundsatz: Weniger ist mehr! Der BLL spricht sich als Basis der Kennzeichnungsangaben für die Angaben "Big 4", d. h. die Angaben zum Brennwert, zu Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten pro 100 Milligramm bzw. Milliliter aus sowie für eine herausgehobene Kennzeichnung des Energiegehaltes. Die Konzentration auf eine Angabe, auf die Kalorienangabe, ist eine leicht verständliche und einfach umzusetzende Information. Darüber hinaus ist sie die entscheidende Angabe, die in der Übergewichtsproblematik eine Rolle spielt.
Aufbauend auf dieser Basis haben sich zahlreiche Unternehmen schon frühzeitig für die GDA-Kennzeichnung (Guideline Daily Amounts) engagiert. Mit weiteren Angaben zu Zucker, gesättigten Fettsäuren und Salz sowie der prozentualen Angabe, welchen Anteil eines Richtwerts zur Tagesempfehlung eine Portion deckt, werden den Verbrauchern weitere In-formationen zu den Nährwerten an die Hand gegeben.
Wir müssen aber auch klar sehen: Nährwertinformationen auf einer Verpackung können nur Anhaltswerte für die eigene Lebensmittelauswahl sein.
Ernährung ist eine komplexe Angelegenheit. Daher beschränken wir uns auf dem Gemein-schaftsstand der Grünen Woche nicht nur auf die Kennzeichnung, sondern ergänzen diese um eine individuelle Ernährungsberatung. Denn das Wichtigste ist und bleibt, grundsätzlich zu verstehen, wie wertvoll eine ausgewogene Ernährung mit all ihren Lebensmittelgruppen ist.
Die Lebensmittelwirtschaft verschließt sich nicht der Nährwertkennzeichnung. Im Gegenteil. Wir engagieren uns seit Jahren für eine objektive Nährwertkennzeichnung und haben sie freiwillig realisiert. Wenn wir bereits vor eineinhalb Jahren eine Marktabdeckung von zwei Dritteln gemessen haben, liegen wir heute deutlich darüber - ohne gesetzliche Kennzeich-nungsregelung!
Dieses Engagement muss auch anerkannt werden. Es darf nicht ad absurdum geführt werden, indem populistisch über eine Ampelfarben-Kennzeichnung debattiert wird.
Die Markierung von Nährstoffen in den Ampelfarben rot, gelb, grün zur Orientierung der Verbraucher ist eine Desorientierung. Das sagt die Wissenschaft, das bewies zuletzt die Verbraucherstudie des European Food Information Council (EUFIC). Rot wird von Verbrau-chern als "stopp" interpretiert; ein fatales Missverständnis. Für Lebensmittel kann es nur eine objektive Nährwertkennzeichnung geben. Die Bewertung des einzelnen Lebensmittels in "gut" oder "schlecht" erweist sich in der Summe der einzelnen Ernährungskomponenten als falsch.
Sind solche Forderungen, im Zusammenhang mit der Übergewichtsdebatte nach noch mehr bzw. einer farblichen Nährwertkennzeichnung zu rufen, nicht möglicherweise Ausdruck einer gewissen Ratlosigkeit zur Lösung des Problems? Wenn erkannt ist, dass Übergewicht durch eine Vielzahl von Faktoren bedingt ist, muss auch an den wirklichen Ursachen angesetzt werden. Diese Ursachen zu beheben bedeutet: sorgfältige Analyse, Ursachenforschung, Aufwand, Kosten.
Stattdessen wird der Nährwertkennzeichnung ein unverhältnismäßig hoher Stellenwert zu-gewiesen. Was kann Nährwertkennzeichnung wirklich bewirken? Sie kann eine Hilfestellung für die informierte Kaufentscheidung des interessierten Verbrauchers sein. Das unterstützen wir!
Besonders wichtig ist und bleibt das gemeinsame, das gebündelte Vorgehen zur Motivation der Gesellschaft für einen gesunden, bewegten Lebensstil.
Quelle: Pressemeldung Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e.V.
Dieser Beitrag wurde bisher 121 mal gelesen.
(Rang 176 auf gentechnik-news.de)
Weitere News
Von modernen Metropolen bis zu ultrakalter Materie
16.11.2011 | DFG richtet 16 neue Graduiertenkollegs ein. Harter Wettbewerb zwischen Kollegs aus allen...
weiter in Von modernen Metropolen bis zu ...Evolution kann Erbgut schnell verkleinern
380 mal gelesen. Rang 22 auf gentechnik-news.de.
10.04.2011 | Man sollte meinen, dass zwei eng verwandten Pflanzenarten ähnliche genetische Baupläne zugrunde liegen. Doch...
weiter in Evolution kann Erbgut schnell ...Greenpeace präsentiert neuen Einkaufsratgeber
459 mal gelesen. Rang 10 auf gentechnik-news.de.
02.09.2010 | Greenpeace bietet ab heute den aktualisierten Einkaufsratgeber "Essen ohne Gentechnik" an. Er zeigt, welche...
weiter in Greenpeace präsentiert neuen ...Profile schärfen, Impulse geben
335 mal gelesen. Rang 29 auf gentechnik-news.de.
08.07.2010 | Paket der Pakte, Flexibilisierung des Förderprogramms, Highlights der Forschung: DFG-Jahresbericht 2009 stellt...
weiter in Profile schärfen, Impulse geben ...Neues EU-Bio-Siegel: Mehr Klarheit für Verbraucher
385 mal gelesen. Rang 20 auf gentechnik-news.de.
01.07.2010 | Anlässlich der verpflichtenden Einführung eines einheitlichen EU-Bio-Siegels zum 1. Juli erklärt Ulrike...
weiter in Neues EU-Bio-Siegel: Mehr Klarheit ...Aktuelles
Geschenkideen für die Geschäftswelt
In einer Welt, die zunehmend hochtechnisiert ist, hat die...
weiter ...Gen- Mais verunreinigt herkömmliches Saatgut
Greenpeace und Bioland veröffentlichen heute auf ihren...
weiter ...Neuigkeiten
Gentechnikfreie Regionen behindern Bioökonomie
Die Deutsche Industrievereinigung Biotechnologie (DIB)...
weiter ...Aktivitäten gegen Risiken der Gentechnik für 2011 geplant
Unter dem Motto "Gentechnikfrei - wir bleiben dran!" trafen...
weiter ...Weitere Themen
Kommunen im Freistaat setzen Zeichen gegen Grüne Gentechnik
Einheitliches Logo stärkt Initiative. Bayern soll selbst...
weiter ...Bundesrat stoppt Angriff auf gentechnikfreies Saatgut
Bioland begrüßt die heutige Mehrheitsentscheidung des...
weiter ...Archiv
Camcorder mit Hollywood- Ambitionen: Die neue Handycam NEX- VG20E von Sony
Die zweite Generation der NEX-Camcorder überrascht...
weiter ...Das Antennen- Transkriptom des Tabakschwärmers
Mit ihren Antennen navigieren Insekten in ihrer Umwelt....
weiter ...Verschiedenes
Von modernen Metropolen bis zu ultrakalter Materie
DFG richtet 16 neue Graduiertenkollegs ein. Harter...
weiter ...Evolution kann Erbgut schnell verkleinern
Man sollte meinen, dass zwei eng verwandten Pflanzenarten...
weiter ...
