Bioland-Serie "Biodiversität im Blickfeld"

10.12.2008 | Mainz
Wie Hinterwälder die Wachholderheiden retten

Bioland stellt im Dezember aus seiner Serie "Biodiversität im Blickfeld" den Bioland-Betrieb Waldhof in Ödenwaldstetten auf der Schwäbischen Alb vor. Der 40 Hektar große Ackerbau- und Mutterkuhbetrieb der Familie Speidel hat einen Schwerpunkt auf die Hutewaldwirtschaft gelegt. In dem sieben Hektar großen Wald weiden seit 2005 Rinder der Rasse Hinterwälder. "Das ist die leichteste Fleckviehrasse, die es gibt. Die schonen den Boden und kommen auch mit kargem Futter aus", erklärt Speidel. Von Mai bis Oktober ernähren sich die Tiere von Gras, Laub und jungen Zweigen und halten so die Waldweide bis auf Gewächse wie Wachholder oder stachlige Schlehen offen. Das Ergebnis ist eine schöne, artenreiche Landschaft: die Wachholderheide. Darüber hinaus findet in dem Gemeindewald die alte Bewirtschaftungsform der Hutewaldnutzung wieder Einzug in die Praxis. Rund um den Hof auf den Getreideäckern gedeiht die alte Dinkelsorte "Oberkulmer Rotkorn". Mit dem gewonnenen Mehl werden unter anderem hofeigene Dinkelnudeln produziert, die über den eigenen Hofladen sowie Naturkostläden vermarktet werden.

Seit 1986 bewirtschaftet Karl Speidel zusammen mit seinen Söhnen und Azubis den Betrieb nach Bioland-Richtlinien. Auf den Äckern wächst neben Dinkel auch Kleegras. Speidel ist auf der Schwäbischen Alb aufgewachsen, im Laufe der Zeit sind dem Bauern die Veränderungen seiner Heimat zu einer immer monotoneren Landschaft bewusst geworden. Dieser Hintergrund war Motivation, sich die Vielfalt und den Artenreichtum der Wiesen und Wälder seiner Heimat mit heute fast vergessen Arten wie Enzian und Silberdistel zurückzuholen. Um sich diesen Wunsch zu erfüllen, pachtete Seidel 2005 sieben Hektar Wald mit dem Ziel, die zugewachsenen und verbuschten Flächen wieder zu einer lichten Waldwirtschaft zu entwickeln.

Erste Erfolge sind in Sachen Naturschutz sichtbar. Die Flächen haben sich verändert: Es wachsen wieder Küchenschellen, Silberdisteln und Hauhechel. Die stark verbreitete und nicht standortgerechte Heckenkirsche zieht sich dank der neuen Bewirtschaftungsform immer mehr zurück.

Quelle: Pressemeldung Bioland – Bundesverband

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