Bayern trifft "Europäisches Netzwerk gentechnikfreier Regionen"

01.09.2009 | München
Söder für ein gentechnikanbaufreies Bayern. Bayern will sich zusammen mit gentechnikkritischen Regionen in Europa für ein regionales Selbstbestimmungsrecht bei der Grünen Gentechnik einsetzen. "Wir wollen selbst entscheiden, was auf bayerischen Feldern und Äckern angebaut wird", betonte der bayerische Umweltminister Dr. Markus Söder heute bei einem Regionen-Gipfel zur Grünen Gentechnik in München. "Dafür braucht Bayern eigene Kompetenzen."

Um den politischen Druck auf Europa zu erhöhen, hatte Söder sieben Regionen, die wie Bayern gegen eine kommerzielle Nutzung Grüner Gentechnik sind, zu einem Strategiegespräch eingeladen. Das erste Treffen dieser Art in Bayern legte den Grundstein für eine enge Zusammenarbeit der gleichgesinnten Regionen. Das gemeinsame Ziel, ein Selbstbestimmungsrecht für Regionen auf EU-Ebene durchzusetzen, wurde in einer gemeinsamen Erklärung festgehalten. "Wir richten heute ein klares Signal an den Bund und die Europäische Kommission", sagte Söder. "Wir nehmen die Bevormundung durch Brüssel nicht länger hin." Söder rechnet mit einer durchschlagenden Wirkung der gemeinsamen Erklärung. Es sei schließlich das erste Mal, dass sich gentechnikkritische Regionen in dieser Form zusammenschlössen. Gemeinsam werde man es schaffen, eine Änderung des EU-Rechts zu erwirken. "Die Mehrheit der Bayern will keine gentechnisch veränderten Lebensmittel", so Söder. "Diesem Willen wollen wir jetzt auch politisch Ausdruck verleihen." Söder kündigte deshalb an, einen Beitritt zum "Europäischen Netzwerk gentechnikfreier Regionen" prüfen zu lassen.

Neben dem Selbstbestimmungsrecht der Regionen kamen auf dem Regionen-Gipfel auch Themen wie die Freisetzungsproblematik und der Umgang mit Forschung und Wissenschaft zur Sprache. "Der heutige Gipfel ist erst der Anfang", erklärte Söder. Man werde in Zukunft in Arbeitsgruppen intensiv zusammenarbeiten, um Lösungen für die bestehenden Probleme zu finden. Dabei steht für den Umweltminister fest: "Wir wollen Sicherheitsforschung zum Schutz der Verbraucher. Diese kann verantwortbar aber nur im Gewächshaus oder Labor stattfinden."

Quelle: Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit

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